P-Seminar Biologie

“Spannender als das beste Strategiespiel”

Imkern - eine Tätigkeit, die in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen hat. Das findet auch das P-Seminar Biologie unter der Leitung von Frau Bräuning, das mit Unterstützung des Imkers Herrn Lackner momentan die Möglichkeit hat, mehr über Bienen und das Imkern zu lernen. Was genau das P-Seminar dabei macht, erfahrt ihr im folgenden Interview.

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JOpinion: Meine erste Frage an Sie, Herr Lackner, ist: Wie sind Sie eigentlich zum Imkern gekommen? 

Herr Lackner: Mein Vater ist im Gemeinderat und da ging es unter anderem darum, dass es mit dem Imkernachwuchs so schlecht ausschaut. Das war vor 15 Jahren und damit noch vor dem Hype, der dann ausgebrochen ist. Dann hat mein Vater gemeint, Platz hätten wir eigentlich und interessant ist es auch … also haben wir zusammen angefangen. 

JOpinion: Und was macht Ihnen am Imkern so Spaß?

Herr Lackner: Es ist jedes Jahr anders und es ist spannender als das beste Strategiespiel. Das kannst du machen, bis du in die Kiste fällst. Alles muss man irgendwann mal aufhören: Skifahren, Motorrad fahren, Radl fahren … aber das kann man ewig machen. 

JOpinion: Frau Bräuning, Sie haben ja jetzt auch mit dem Imkern angefangen. Was sind denn Ihre Gründe, dieses P-Seminar zu starten?

Frau Bräuning: Ich habe mit dem Imkern angefangen, weil ich es selber total spannend finde und da vor zwei Jahren Bienenstöcke bei mir auf dem Grundstück abgestellt worden sind und ich dort immer beim Imkern zugeschaut habe, habe ich mir irgendwann gedacht, dass das eigentlich etwas ist, was unserer Schule fehlt.

JOpinion: Und was sind die Ziele und Inhalte des Seminars?

Frau Bräuning:  Die Schüler sollen zum einen die Tätigkeiten eines Imkers kennenlernen und zum anderen soll tatsächlich ein eigener JHG-Honig entstehen. 

JOpinion: Was wird dann mit dem Honig gemacht?

Frau Bräuning:   Das kommt auf die Menge an. (lacht) Wenn es wenig ist, essen wir ihn selber und wenn es viel ist, werden wir den natürlich auch an der Schule vermarkten. Schauen wir mal.

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JOpinion: Hat es irgendwelche Probleme bei der Planung bzw. der Umsetzung des Seminars gegeben?

Frau Bräuning: Coronabedingt ist es insgesamt schwierig, weil die Treffen bis vor Kurzem nur online stattfanden. Deswegen war es schon schwierig und auch meine Ausbildung mit den Imkerkursen war durch Corona lahmgelegt, was vor allem meine Planung erschwert hat.

JOpinion: Man hört ja jetzt auch immer wieder vom Bienensterben. Was sind mögliche Ursachen dafür? 

Herr Lackner: Das ist so eigentlich falsch. Beim Bienensterben geht es um die Wildbienen, nicht um die Bienen, die vom Imker betreut werden. Das ist eigentlich eine totale Fehlinterpretation. 

JOpinion: Und wie kommt das, dass die Wildbienen sterben?

Die intensive Landwirtschaft ist der Hauptgrund für das Wildbienen-Sterben.
— Herr Lackner (Imker)

Herr Lackner: Die intensive Landwirtschaft ist der Hauptgrund, Pestizide, Fungizide, Monokulturen … aber auch die Lichtverschmutzung. Die Insekten fliegen nachts auf die Laternen und fallen dann mausetot herunter. Manche sagen auch, dass die Handystrahlung eine weitere Ursache für das Bienensterben ist.  Aber Hauptverursacher bleibt definitiv die intensive Landwirtschaft und sowie die Monokulturen. 

Frau Bräuning: Und die Flächen werden zunehmend versiegelt. 

Herr Lackner:  Genau, der Flächenverbrauch!

Frau Bräuning: Wenn man sich beispielsweise die Vorgärten anschaut, sieht man, dass jeder zweite Vorgarten mit Steinen voll ist. 

JOpinion: Und welche Tipps gibt es jetzt für diejenigen, die dagegen etwas tun und den Bienen helfen wollen? Kann man da etwas machen?

Herr Lackner: Na ja, man kann sagen: Kauft nur Bio-Produkte, aber das ist auch ein Schmarrn. Besser ist es, falls man einen Garten hat, den Rasen nur dreimal im Jahr zu mähen und auch Bereiche mit Wiese stehen zu lassen … 

Frau Bräuning: Also eine Wiese und keinen Rasen. 

Herr Lackner: Genau! Ich hatte sogar einen Bienenstandort, da waren fast nur Bio-Bauern um den Standort. Aber selbst die mähen fünf, sechs Mal im Jahr. Sie bauen leider auch Klee an, der nicht mehr blüht. Er dient lediglich dazu, Stickstoff zu sammeln. Schlussendlich verwendet die intensive Bio-Landwirtschaft also keine Pestizide, aber die Insekten finden dennoch keine Nahrung mehr.  Am besten ist es, wirklich selbst den Garten verwildern zu lassen - ein bisschen, nicht überall und einfache Sträucher anstelle von gezüchteten Rosen und Thuja-Hecken zu pflanzen. 

Frau Bräuning: … einheimische Sträucher! 

Herr Lackner: Ja, davon haben die Insekten dann tatsächlich etwas!

Vielen Dank an Frau Bräuning und Herrn Lackner für dieses interessante Interview!

Von Laura Einsiedl