Deutsch-Französischer Tag
Ein Hoch auf die deutsch-französische Freundschaft
Am 22. Januar ist es für gewöhnlich kalt, manchmal liegt in Oberbayern zu dieser Zeit eine Menge Schnee. Für viele Schüler*innen ist es ein normaler Schultag nach den Weihnachtsferien. Doch warum dieser Tag so ganz und gar nicht „normal“ ist und warum dieses Datum enorm wichtig ist, erfahrt ihr im Folgenden von Philipp.
Der 22. Januar steht im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft. An diesem besonderen Tag erinnert man daran, dass 1963, nach jahrhundertelangen Auseinandersetzungen im Krieg, die beiden Länder sich vertragen haben und „Freunde“ geworden sind. Um die Freundschaft zu besiegeln, unterzeichneten Frankreichs Präsident Charles de Gaulle und der Deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer den Élysée-Vertrag. Auch die folgenden Präsidenten beider Vertragspartner hielten die Verbindung aufrecht.
Anlässlich der Würdigung des historischen Bündnisses fanden am JHG eine Reihe von interessanten und passenden Aktionen statt. Die 5.-7. Klassen bearbeiteten ein digitales Quiz, das Wissen und Spaß mit sich brachte. Außerdem konnte die 6. Jahrgangsstufe an einem Fotowettbewerb teilnehmen. Das Thema dazu war „Typisch Französisch“ oder auch „Voilà la France“. Eine Jury aus Schülern der 11. und 12. Klassen wählte die Sieger des Wettbewerbs aus.
In Form einer Ausstellung wurden Bilder bedeutender deutscher und französischer Frauen aus Politik, Wissenschaft, Musik und Mode gezeigt.Beispiele hierfür sind unter anderem die SPD-Politikerin Rosa Luxemburg als Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung. Marlene Dietrich, die nicht nur als Schauspielerin und Sängerin, sondern auch als Gegnerin des Nationalsozialismus Berühmtheit erlangte. Zu den deutschen Frauen mit dem traurigsten Schicksal zählen wohl Sophie Scholl, die wegen ihres Widerstandes gegen das NS-Regime 1943 hingerichtet wurde und Anne Frank. Das jüdische Mädchen musste sich mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten verstecken, dort entstand ihr Tagebuch, das zu einem historischen Dokument des 2. Weltkrieges zählt. Anne starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen, sie wurde nur 15 Jahre alt. Frauen der französischen Geschichte sind die Politikerin und Holocaust-Überlebende Simone Veil, sie war auch die erste Präsidentin des Europäischen Parlaments. Die in Polen geborene Nobelpreisträgerin in Physik und Chemie, Marie Curie, die der besseren Universitäten wegen nach Frankreich zog. Außerdem natürlich die Grande Dame der Modewelt, Coco Chanel. Das Parfum Chanel No. 5, das „kleine Schwarze“ und Modeschmuck zählen zu ihren bekanntesten Kreationen.
Die Ausstellung griff darüber hinaus weitere Beispiele zur guten Zusammenarbeit der Nachbarländer auf, wie 1997 die Gründung der deutsch-französischen Hochschulen, deren Abschluss in beiden Ländern anerkannt wird. Ebenso die Organisation eines Austauschprogramms und Begegnungen für jüngere Menschen aus Deutschland und Frankreich, u.a. auch mit dem Zugang zum Arbeitsmarkt im Partnerland. Das Programm des Fernsehsenders ARTE wird seit 1991 ebenfalls in Kooperation betrieben. Eines der jüngsten Ereignisse ist 2007 die Öffnung der Strecke für den TGV, einen Hochgeschwindigkeitszug, der anfangs zwischen Paris und Frankfurt/Main sowie Paris und Stuttgart verkehrte. Mittlerweile wurde das Netz mit weiteren Strecken ausgebaut.
Auch kulinarisch war in der Woche am JHG etwas geboten, denn der Wilhelm-Löhe-Service bot in der Schulmensa die ganze Woche über französisches Essen an. Es gab unter anderem Filet de saumon sur ratatouille, Crêpes und Mousse au chocolat.
Die verschiedenen Aktionen vermittelten einen guten Einblick in das bedeutende Ereignis und ließen die ganze Schulgemeinschaft daran erinnern.
Von Philipp Wallner