Abitur während Corona

Ein etwas anderes Abitur

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Schule während Corona - für uns alle eine große Herausforderung. Aber sein Abitur schreiben? Hier erfährst du, wie unsere Abiturienten mit dieser Situation umgegangen sind.

 

Corona. Wir alle verbinden mit diesem Wort gewisse Einschränkungen. Die Pandemie hat uns aus unserem alltäglichen Leben gerissen und wir mussten uns irgendwie an die neue Situation anpassen. Doch mit am schlimmsten traf es wohl die diesjährigen Abiturienten. Mitten in der zweiten Klausurenphase, in der sich der ein oder andere noch verbessern wollte, gab es plötzlich gar keine Noten mehr und man musste sich so kurz vor den wichtigen Abiturprüfungen zu Hause selbst den Stoff aneignen. Diese Zeit haben die Abiturienten mehr oder weniger genutzt, um sich vorzubereiten. Einige hatten dadurch mehr Zeit für Zusammenfassungen, Wiederholungen und beispielsweise Übungsaufsätze für Deutsch oder Fremdsprachen. Vor allem aber konzentrierten sich die meisten wohl auf Mathe, indem sie Übungsaufgaben unter anderem aus dem Abiturtrainer durcharbeiteten oder den Stoff mithilfe von Erklärvideos noch einmal vertieften. Auch die Wiederholungen und Übungsaufgaben von den Lehrern selbst wurden gerne angenommen und zur Vorbereitung genutzt.

Aber nicht nur die Prüfungsverhältnisse waren anders als in den Vorjahren. Auf fast alles, was man als Schüler mit dem Abitur verbindet, worauf man sich die ganzen acht Jahre davor gefreut hat, mussten die Abiturienten dieses Jahr verzichten: Kein Abistreich, keine Abifahrt, keine gewöhnliche Mottowoche. Immerhin konnte letztendlich zur Freude vieler noch eine alternative Abiturzeugnisverleihung mit anschließender Feier organisiert werden. Beides fand nur im kleinen Kreis statt. Zur Zeugnisverleihung durfte jeder Schüler nur zwei Personen, also meist die beiden Elternteile, mitbringen. Und natürlich wurde auch hier immer der Abstand eingehalten. Die kleine Feier, an der nur die Abiturienten und Lehrer teilnahmen, ersetzte dieses Jahr den Abiball. Dafür wurde das Sportheim in Sankt Georgen gemietet und mit ein paar Pavillons ausgestattet. Diese beiden Veranstaltungen, da sind sich die meisten Abiturienten einig, hätten den Umständen entsprechend nicht besser sein können. Etwas enttäuschend war für sie nur, dass ein Gruppenfoto bei der Verleihung leider nicht gemacht werden konnte, obwohl dies bei anderen Schulen anscheinend schon möglich war. Trotz der Bemühungen aller war es aber nun mal einfach kein gewöhnliches Abitur. Stefan Wallner beschreibt die Situation so:

„Es ist kein Abschluss. Dieses Gefühl der letzten Schulwoche hatten wir halt nicht, das ist alles verloren gegangen.“

Doch auch nach den offiziellen Feierlichkeiten stand das Virus den Abiturienten des JHG oftmals im Weg. Arbeiten oder Reisen nach dem Abitur, Praktika im Ausland oder andere Auslandsaufenthalte, all das konnte gar nicht oder nur eingeschränkt stattfinden und es musste ein alternativer Plan entwickelt und das ursprüngliche Vorhaben verschoben werden. Aber auch direkt ein Studium zu beginnen erwies sich als schwieriger als gewöhnlich. Sämtliche Universitäten sagten wegen Corona ihren Tag der offenen Tür ab, sodass es zu einer Herausforderung für die Abiturienten wurde, sich über die einzelnen Studiengänge und Universitäten zu informieren. Und auch trotz Fristverlängerungen kamen die Schüler manchmal in Zeitdruck.

All das hört sich also erst einmal so an, als hätte die Pandemie größtenteils negative Seiten für die Abschlussschüler gehabt. Für manche hatte es aber scheinbar doch zumindest ein paar Vorteile. Der ein oder andere profitierte durchaus von der Günstigerregelung des Kultusministeriums und auch die intensivere Vorbereitung in der Schule in den drei Wochen direkt vor den Prüfungen wurde sehr positiv aufgenommen. Auch der Aspekt, dass zumindest theoretisch mehr Zeit zum Lernen gewesen wäre, spielt hierbei natürlich eine Rolle. Allerdings kommt es hier vor allem auch auf den Schüler selbst und seine Selbstdisziplin und Motivation an. 

Dieses Abitur fand also unter sehr außergewöhnlichen Umständen statt und die Schüler mussten sich mit all den Einschränkungen abfinden. Wir alle hoffen, dass der nächste Jahrgang eine andere und hoffentlich bessere Erfahrung machen darf.    

Von Angelina Baumann